Diehl Decima

Druckende Zahnstangenmaschine mit Sprossenrädern

ca. 1967

Seit etwa 1940 hatte man zunehmend Erfolg, den "printing calculator" zu entwickeln, nachdem alle vorausgehenden Versuche (z.B. Brunsviga Arithmotyp, FDM 6257; XxX, FDM 6148) an der ungeschickten Handhabung des Druckvorganges gescheitert waren. Die amerikanische Firma Remington Rand und der italienische Hersteller Olivetti brachten die ersten langsamen Maschinen auf den Markt. Der deutsche Konstrukteur Gustav Schenk verwendete 1958 in der schweizerischen Ultra 804 zum ersten Mal rotierende Sprossenräder in seinem printing calculator, aber nur für die Multiplikation. Erst die 1962 erscheinende Transmatic des Ingenieurs Eggebrecht u.a. konnte die Sprossenräderwalze auch zur Ausführung der Division verwenden.

Man könnte die Maschine als Hybriden zwischen (langsamer) druckender Addiermaschine und (schnellrechnender) Multipliziermaschine ansehen. Die Basismaschine (Transmatic) wurde um 1960 bei der Nürnberger Firma Diehl unter Beteiligung des Konstrukteurs Rudolf Eggebrecht entwickelt und war in verschiedenen Modellen technisch und kaufmännisch ein sehr erfolgreiches Produkt. Die Decima ist ein gegenüber der Transmatic geringer ausgestattetes Modell, für das auch neue Bauteile und vereinfachte Baugruppen entwickelt und meist in Gebrauchsmustern geschützt wurden. So wurde z.B. ein neues Saldierwerk konstruiert und die Anzahl der Speichereinheiten reduziert. Der Grundaufbau, wie er in der Transmatic realisiert ist, ist aber in der Decima gleich geblieben. Das Saldierwerk hat zugleich Speicherfunktion, dazu sind auch ein Druckspeicher und eine Kommaautomatik vorhanden. Die Decima wurde von 1965 bis 1969 gebaut und kostete 1967 DM 2540.
Inventarnummer:
FDM6694

Jahr der Erfindung:
1965

Hersteller:
Diehl G.m.b.H.

Baujahr:
ca. 1967

Hauptgattung:
Vierspeziesmaschine

Untergattungen:
Sprossenrad

Kapazität:
10 (EW) x 8 (UZW) x 12 (RW)

Maße (H x B x T):
21 x 30 x 47 cm

Gewicht:
14,3 kg

Produktionszeit:
1965 - 1972

Seriennummer:
241-37692


Literatur:
  • Büromaschinen-Lexikon, jährlich ab 1961, Göller-Verlag, Baden-Baden, [1967/68], p. 291
  • Schmid, Harald: Archimedes – Diehl. Vom Arithmometer zum druckenden Rechensystem. Offenhausen 2014, p. 123-126

Patente:
  • DE 1524026 [1966]
  • DE 1809020U [1968]
  • DE 1942350U [1966]
  • DE 1955672U [1966]

Weitere Exemplare in der Sammlung (3):
  • FDM4828 (1967, SNr.: 277-00924)
  • FDM6550 (ca. 1968, SNr.: 231-46000)
  • FDM6563 (1972, SNr.: 241-72947)
Dieses Objekt befindet sich aktuell nicht in der Ausstellung.

 

Vereinfachtes Saldierwerk, © DE 1942350U
Diehl Decima, 1967, FDM6694, © Arithmeum