Millionär VIII

Einmaleinskörper-Maschine

ca. 1908

Die Millionaire ist eine direktmultiplizierende Vierspezies-Rechenmaschine mit Multiplikationskörper, die 1893 von dem Schweizer Otto Steiger patentiert und unter der Bezeichnung "Millionär" von der Firma Egli in Zürich ca. 40 Jahre lang gebaut wurde. Das Prinzip hatte etwa zur gleichen Zeit auch der Franzose Leon Bollée verwendet, dessen Maschine aber nicht in die Serienproduktion gegangen war. Im Gegensatz zur Bollée (vgl. Inv.-Nr. 9115) kommt die Millionaire mit nur einem Multiplikationskörper aus. Dieser ist der sogenannte "Einmaleinskörper", bei dem das kleine Einmaleins in Form von unterschiedlich hohen Metallstäben repräsentiert wird. Bei der halben Drehung der Kurbel werden die Zahnstangen vom Einmaleinskörper geführt, woraufhin sie die Zehnerwerte ins Hauptzählwerk übertragen. Beim Zurückgleiten der Zahnstangen werden etwaige Zehnerüberträge ausgeführt. Bei der zweiten halben Drehung werden die Einer auf dieselbe Weise abgearbeitet.

Zunächst wurden die Maschinen von Steiger/Egli in Holzgehäuse eingebaut, aber schon bald ersetzte man das Holz durch Aluminiumplatten, die allerdings anfällig für Korrosion waren. Noch bis ca. 1906 wurden mehr Maschinen mit Holzgehäuse als mit Metallseiten ausgeliefert, obwohl dafür ein Aufpreis zu zahlen war. Die erste Serie der Millionaire wurde 1896 in München gebaut, ab 1898 war die Produktion in Zürich. Ab 1911 konnten die Maschinen mit Motor ausgerüstet werden, ab 1913 gab es die Tasteneinstellung, ab 1914 die Maschine mit zweitem Hauptzählwerk. 1927 wurde schließlich der Einstellhebel für den Multiplikator durch eine Tastatur ersetzt. Um 1930 wurde die Produktion der Millionaire eingestellt.
Inventarnummer:
FDM7528

Jahr der Erfindung:
1908

Hersteller:
Hans W. Egli

Baujahr:
ca. 1908

Hauptgattung:
Ein- bis Dreispeziesmaschine

Untergattungen:
Direktmultiplikation, Multiplikationskörper mit Stiften

Kapazität:
8 (EW) x 8 (UZW) x 16 (RW)

Maße (H x B x T):
17 x 65 x 29 cm

Gewicht:
31,3 kg

Produktionszeit:
1898 - 1927

Seriennummer:
2564


Literatur:
  • Horsburgh, E. M.: Handbook of the Napier Tercentenary Celebration or modern Instruments and Methods of Calculation. Los Angeles, San Francisco 1982 (Orig.-Ausg. Edinburgh 1914), p. 117-122
  • Lange, Werner: „Rechenmaschinen die man nicht vergessen sollte: Die eigentlichen Multiplikationsmaschinen“, in: Büro-Wirtschaft 1979, H. 3 u. 4, p. 28-30
  • Lewin, Daniel: „Entwicklungsgeschichte der Rechenmaschinen der Firma H.W. Egli bis 1931“, in: Typenkorb 48, 1992, p. 15-20 und 49, 1992, p. 6-12
  • Lewin, Michael; Wolff, Ullrich: „Die Entwicklung der "Millionär" Rechenmaschine". In Historische Bürowelt 98, 2014, p. 3-11
  • Saudan, Gérard: Swiss calculating machines. Selbstverlag, Yern, 2017
  • Schmid, Gérard; Lewin, Michael: „Die Millionär No 10" in: Historische Bürowelt 108/2017, p. 20-23
  • Sossna, H.: „Auflösung der Aufgabe des Einkettens mittelst Maschine und numerisch-trigonometrischer Tafel, die neue Multiplikationsmaschine von Otto Steiger & Hans W. Egli in Zürich“, in: Zeitschrift für Vermessungswesen 28, München 1899, p. 665-696

Patente:

Weitere Exemplare in der Sammlung (3):
  • FDM6149 (1898, SNr.: 10)
  • FDM9253 (ca. 1906, SNr.: 1846)
  • FDM9555 (ca. 1906, SNr.: 1949)
Dieses Objekt befindet sich aktuell nicht in der Ausstellung.

 

Millionär VIII, 1908, FDM7528, © Arithmeum
Schaltwerk, © US 558913