Küttner Simplex (Monopol) (Heinitz)

Sprossenradmaschine

ca. 1896

Die erste Serie der Monopol (noch ohne diese Bezeichnung) wurde entsprechend den Ausführungen und Abbildungen in der Patentschrift DE 84269 von 1894 durch Woldemar Heinitz (1874 - 1946) in seiner feinmechanischen Werkstatt in Dresden gefertigt. Patentinhaber war der Kaufmann Friedrich Wilhelm Küttner (um 1840 - nach 1918), der sowohl eine Verbesserung des Thomasschen Arithmometers als auch der Odhnerschen Sprossenradmaschine anstrebte. Wahrscheinlich war Woldemar Heinitz der Konstrukteur und Küttner der Geldgeber; die Familien Heinitz und Küttner waren miteinander bekannt. Die Heinitzsche "Rechenmaschinenfabrik" (so der Hinweis auf den frühen Exemplaren) wurde bald von der Dresdner Monopol Kontrollkassen- und Rechenmaschinenfabrik AG übernommen, die unter der Leitung von Heinitz eine neue Maschine unter dem Namen Monopol fertigte. Um 1904 gingen die Rechte an die Chemnitzer Maschinenfabrik Schubert & Salzer AG, die bis 1914 die Monopol weiter produzierte. Die frühen Exemplare nach "Küttners System" unterscheiden sich von den späteren Monopol-Maschinen durch die Lage der einzelnen Werke: Bei den frühen Maschinen liegen vorne das Umdrehungszählwerk und das Resultatwerk, beide können nach vorne geklappt werden; dahinter befindet sich das Einstellwerk, das Räder mit radial verschiebbaren Sprossen benutzt. Die sehr solide gebauten Maschinen haben sich trotz der technischen Verbesserungen nicht gegen den Konkurrenten Brunsviga durchsetzen können. Die bekannten frühen Exemplare befinden sich im TM Dresden, dem LM Braunschweig, dem Museum Freital, dem Stadtmuseum Dresden und im Arithmeum; aufgelistet sind sie in Verhoeven [2015].
Inventarnummer:
FDM7408

Jahr der Erfindung:
1894

Hersteller:
Heinitz, Woldemar

Baujahr:
ca. 1896

Hauptgattung:
Vierspeziesmaschine

Untergattungen:
Sprossenrad

Kapazität:
6 (EW) x 6 (UZW) x 12 (RW)

Maße (H x B x T):
12 x 30 x 15 cm

Gewicht:
7,8 kg

Produktionszeit:
1894 - 1902

Seriennummer:
67


Literatur:
  • Küttner, W.: „Die Duplex-Rechenmaschine, ein Beitrag zur instrumentalen Arithmetik“, in: Dinglers polytechnisches Journal 300, 1896, p. 199-207, p. 199-207
  • Reese, Martin: Neue Blicke auf alte Maschinen. Zur Geschichte mechanischer Rechenmaschinen. Hamburg 2002, p. 67-68
  • Reese, Martin: „Woldemar Heinitz, Fabrikant und Konstrukteur der Monopol-Rechenmaschinen, der Monopol-Kassen und des Comptators." in: HBw 99, 2015, p. 8-13
  • Verhoeven, Daniel: „Die Rechenmaschine "W. Küttner's System" - Vorläufer der "Monopol", in Historische Bürowelt 101, Sept. 2015, p. 25-31

Patente:
  • DE 84269 [1894] (Küttner: Rechenmaschine mit zwangläufiger Bewegung der Registrirräder und des Tourenzählers)
Dieses Objekt befindet sich aktuell nicht in der Ausstellung.

 

Querschnitt, © DE 84269
Küttner Simplex (Monopol) (Heinitz), 1896, FDM7408, © Arithmeum