Hamann Manus E
1948
Die Produktion der Handmaschine "Manus" (lat. für Hand) begann 1925 mit dem Modell A, Christel Hamann war damals Chefkonstrukteur bei der Rechenmaschinenabteilung der Berliner Firma DeTeWe (Deutsche Telefon- und Kabelwerke). Das Übertragungsprinzip der Schaltklinke hatte er noch als Mitarbeiter von Mercedes entwickelt und war damit Anfang der 1920er Jahre zu DeTeWe gegangen. In rascher Folge wurden die Handmodelle B und C herausgebracht; vor allem Modell C wurde längere Zeit und in größeren Stückzahlen (ca. 9000) hergestellt. Vorteilhaft gegenüber den meisten Sprossenradmaschinen ist die Einstellung mit langen feststehenden Hebeln. Die Maschine arbeitet - wie alle Hamann-Modelle - richtläufig, d.h. die Kurbel wird immer nur in derselben Richtung gedreht; daher ist eine Umschaltung zwischen additiven und subtraktiven Rechenarten nötig. Für viele Anwendungen ein großer Vorteil ist die automatische Division, die alle Hamann-Maschinen anbieten. Nach dem Zweiten Weltkrieg, etwa um 1948, konnte man auch bei DeTeWe die Produktion von Rechenmaschinen wieder aufnehmen. Die Handmaschine erhielt die Hebel-Löschung, die schon früher in der Manus D und im Halbautomaten Elma eingebaut war, und die Schlittentransporttasten nahe bei der Kurbel. Der große Erfolg nach dem Zweiten Weltkrieg stellte sich allerdings erst mit dem Modell Manus R (mit Rückübertragung) und den elektrischen Modellen mit Zehnertastatur (ab Modell 300) ein. Lediglich dieses letzte Modell ist entsprechend gekennzeichnet, alle anderen können i.W. nur an der Nummernlage identifiziert werden.
Das Modell E wurde gebaut von 1948 bis 1953, ab etwa Maschinennummer 12000. Dieses Exemplar verwendet einen Sockel aus der früheren Produktion des Modells D, bei dem die Öffnung für eine Zahnstange unterhalb des Schlittens durch ein Abdeckblech verschlossen wurde.
- Inventarnummer:
- FDM7716
- Jahr der Erfindung:
- 1948
- Hersteller:
- DeTeWe, Deutsche Telephonwerke und Kabelindustrie AG
- Baujahr:
- 1948
- Hauptgattung:
- Vierspeziesmaschine
- Untergattungen:
- Schaltklinke
- Kapazität:
- 9 (EW) x 8 (UZW) x 13 (RW)
- Maße (H x B x T):
- 15 x 25 x 14 cm
- Gewicht:
- 5,8 kg
- Seriennummer:
- 12207
- Literatur:
- Der Büromaschinen Mechaniker. Zeitschrift für Büromaschinen -Technik -Reparatur und -Wartung. Hamburg, 1. Jahrgang: 1959. Ab 1970 u.d.T. "Büromaschinen-Technik", Werner Lange, Hefte 11,19,23,28,68
- Historische Bürowelt, [2011] 10, p. 14
- Lenz, K.: Die Rechen- und Buchungsmaschinen. Leipzig, Berlin 1932 (3. Auflage), p. 61-64
- Reese, Martin/Anthes, Erhard: „Das Nummerierungssystem der Hamann-Rechenmaschinen”, in: HBw-Aktuell 19/2001, H. 1, p. 15ff
- Willers, Friedrich Adolf: Mathematische Instrumente. München, Berlin 1943, p. 56-63
- Patente:
- DE 384150 [1923] (Deutsche Telephonwerke und Kabelindustrie: Rechenmaschine)
- DE 432435 [1924] (Firma Deutsche Telephonwerke und Kabelindustrie: Rechenmaschine mit selbsttätiger Division)
- DE 443479 [1926]
- US 1788192 [1925]






