Friden H 10

Vierspezies-Staffelwalzenmaschine mit Divisionsautomatik

1952

Die amerikanische Firma Friden wurde 1932 gegründet. Die erste serienmäßig hergestellte Maschine war das Modell A mit Motorantrieb. Ab 1935 wurde auch ein handbetriebenes Modell CH gefertigt, das nach dem Zweiten Weltkrieg die Bezeichnung Modell H erhielt und noch bis 1954 gebaut wurde. Zur Bedienungsweise und Technik ist erwähnenswert, dass die Kurbel in beide Richtungen gedreht werden kann. Sie zählt daher wie die Sprossenradmaschinen zu den wendeläufigen Geräten, die keinen Umschalthebel für die Rechenrichtung (additiv oder subtraktiv) benötigen. Die Staffelwalzen sind zweigeteilt: ein Teil für die Ziffern 1 bis 5, der andere für die Ziffern 6 bis 9; die Schaltwege werden dadurch verringert und die Staffelwalzen können einen kleineren Durchmesser annehmen, was günstige Auswirkungen auf die Brems- und Beschleunigungskräfte hat. Darüber hinaus hat diese Maschine (schon in der ersten Version) eine automatische Division, d.h. nach Einstellung von Dividend und Divisor und dem Ziehen des Divisionshebels ist nur noch die Kurbel in einer Richtung zu drehen, alle Subtraktionen und Additionen, die Umschaltungen zwischen beiden Rechenarten und die notwendige Schlittenverschiebung werden durch die Maschine selbsttätig vollzogen. Der Konstrukteur der Maschine und Gründer der Firma, der gebürtige Schwede Carl M. Friden (1891-1945), hatte zunächst bei der Firma Facit gelernt und war ab 1917 bei Marchant tätig, wo er die von ihm entwickelte Stellsegmentmaschine in vielen Modellen baute. Er verließ 1929 diesen Hersteller, um seine eigene Fabrik aufzubauen und den neu entwickelten Staffelwalzenautomaten herzustellen. Nach seinem Tod entstand um 1950 noch ein Glanzstück mechanischer Rechenautomaten, der Friden Wurzelautomat Modell SRW.
Inventarnummer:
FDM6186

Erfinder:
Carl M.F. Friden

Jahr der Erfindung:
1936

Hersteller:
Friden Calculating Machine Company

Baujahr:
1952

Hauptgattung:
Vierspeziesmaschine

Untergattungen:
geteilte Staffelwalze, Staffelwalze

Kapazität:
10 (EW) x 11 (UZW) x 21 (RW)

Maße (H x B x T):
23 x 50 x 36 cm

Gewicht:
13,1 kg

Produktionszeit:
1936 - 1954

Seriennummer:
64272


Literatur:
  • Murray, Francis J.: Mathematical Machines, Vol. I: Digital Computers. New York 1961, p. 46-49
  • Reese, Martin: Neue Blicke auf alte Maschinen. Zur Geschichte mechanischer Rechenmaschinen. Hamburg 2002, p. 39-46
  • Schmid, Harald: Archimedes – Diehl. Vom Arithmometer zum druckenden Rechensystem. Offenhausen 2014, p. 171-177

Patente:
  • US 2229889 [1934]
  • US 2229890 [1936]
  • US 2327981 [1935]
Dieses Objekt befindet sich aktuell nicht in der Ausstellung.

 

Friden H 10, 1952, FDM6186, © Arithmeum
Schaltwerk mit zwei geteilten Staffelwalzen auf einer Achse, Werkzeichnung, © Murray [1961]