Burroughs Moon-Hopkins M 200 (Klasse 7)

Fakturiermaschine mit Multiplikationskörper

ca. 1953

Die Moon-Hopkins Fakturiermaschine wurde von dem Amerikaner Hubert Hopkins 1902 in St. Louis konstruiert und als patentfähige Maschine vorgestellt. John C. Moon bat sich als Geldgeber für die Fertigung der Maschine an und gründete 1903 die Moon-Hopkins-Gesellschaft: Erfinder und Geldgeber gaben somit der Maschine ihren Namen. Mit der Produktion der Maschinen konnte aus patentrechtlichen Gründen (Patentanmeldung 1903) allerdings erst nach der Erteilung des Patentrechts 1912 begonnen werden. Das Hauptpatent wurde 1906 eingereicht, aber erst 1920 erteilt. Ab 1923 erwarb die Burroughs Adding Machine Company die Rechte an der Maschine und fertigte und vertrieb diese bis ca. 1960. Besonders anzumerken bleibt hier, dass der wesentliche Aufbau der Maschine nie verändert worden ist. Die Maschine war eine Kombination aus Rechenwerk und Schreibmaschine. Modern bis zuletzt war das Multiplizier-Werk zur Erstellung der Faktoren: Es bestand aus einem Einmaleinskörper (vgl. Bollée und Millionär), so dass für jede Ziffer eines Multiplikators nur zwei Maschinenläufe (für Einer und Zehner des Produktes) nötig waren. Die Berechnungen wurden also verhältnismäßig rasch durchgeführt. Technisch schon sehr früh überholt war die Schreibmaschine. Es handelte sich dabei um eine Remington mit Unteranschlag. Sie hatte den Nachteil, dass das Geschriebene erst nach Aufklappen der Schreibwalze sichtbar wurde. Die mechanischen Vorgänge beim Rechnen waren erheblich komplizierter als bei den bekannten Multipliziermaschinen, die mittels sukzessiver Addition arbeiteten, vor allem auch wegen der Notwendigkeit, alle Werte auf ein Formular zu schreiben. Es handelt sich bei dieser Maschine vermutlich um das Modell 200.
Inventarnummer:
FDM6013

Erfinder:
Hubert Hopkins

Jahr der Erfindung:
1902

Hersteller:
Burroughs Adding Machine Company

Baujahr:
ca. 1953

Hauptgattung:
Ein- bis Dreispeziesmaschine

Untergattungen:
Direktmultiplikation, Multiplikationskörper mit Stiften

Kapazität:
7 (EW) x 0 (UZW) x 15 (RW)

Maße (H x B x T):
112 x 97 x 69 cm

Gewicht:
52,1 kg

Produktionszeit:
1902 - 1960

Seriennummer:
M 7120 D


Literatur:
  • Der Büromaschinen Mechaniker. Zeitschrift für Büromaschinen -Technik -Reparatur und -Wartung. Hamburg, 1. Jahrgang: 1959. Ab 1970 u.d.T. "Büromaschinen-Technik", 63, p. 83/84
  • Frank, Horst: „Von der Burroughs-Moon-Hopkins zum Unisys-Aquanta.", in: Historische Bürowelt 1998, 52, p. 4-8
  • Haertel, Peter: Die Moon-Hopkins Fakturiermaschine, in: http://www.rechnerlexikon.de/upload/3/39/Haertel-Moon-Hopkins_03.pdf (Zugriff: 2019-5-13)
  • Lange, Werner: Buchungsmaschinen, Meisterwerke feinmechanischer Datenverarbeitung 1910-1960. München, Wien, 1986, p. 150ff., 175ff.
  • Lind, Wilhelm: Büromaschinen. Teil 1. Füssen 1954 (2. Auflage), p. 232ff.
  • Martin, Ernst (Pseud.): Die Rechenmaschinen und ihre Entwicklungsgeschichte. Pappenheim 1925, Nachtrag 1936 (Nachdruck: Leopoldshöhe 1985), p. 274ff.

Patente:
  • DE 222166 [1907]
  • US 1336904 [1906/1920]
Dieses Objekt befindet sich aktuell nicht in der Ausstellung.

 

Konstruktionszeichnung, © DRP 222166
Burroughs Moon-Hopkins M 200 (Klasse 7), 1953, FDM6013, © Arithmeum