Bunzel-Delton No. 5 Duplex

Staffelwalzenmaschine mit zwei Resultatwerken

ca. 1912

Nach dem Tod des Firmengründers Hugo Bunzel im Jahre 1909 wurde dessen Frau Marie Bunzel alleinige Inhaberin der Firma; Kurt Bunzel (vermutlich der Sohn) erhielt Prokura. Seit September 1911 leitete der zuvor mit dem Verkauf befasste Hugo Podwinetz als Direktor den Betrieb. Ihm wurde die Initiative für die Konstruktion einer Rechenmaschine mit einem zweiten Resultatwerk zugeschrieben und auch eine erfolgreiche Markteinführung attestiert: "Seit September 1911 leitet Podwinetz diese Firma und ist es ihm gelungen, eine Rechenmaschine mit doppeltem Zählwerk auf den Markt zu bringen, welche eine ganz neue Art darstellt, indem sie die an Thomasmaschinen charakteristischen Zwillingswendegetriebe und die Umsteuerung weglässt. Dagegen wird an dieser Maschine ähnlich wie bei der Brunsviga bei Plusoperation in der Richtung des Uhrzeigers gedreht, bei einer Minusoperation entgegengesetzt." (Schack 1913) Die Schweizer Patentschrift Nr. 67930 für das Bunzel-Delton-Werk in Wien (AT 63131, DE 334184 für Marie Bunzel geb. Brodbeck in Wien) beschreibt tatsächlich eine solche Maschine mit zwei Resultatwerken. Die hier vorliegende Ausführung (FDM 7170) enthält jedoch nicht den in der Patentschrift beschriebenen und oben kurz charakterisierten Mechanismus. Wie die Modellbezeichnung No. 5 zeigt, wurde das zu dieser Zeit gängige Modell mit einem zweiten Resultatwerk versehen und alles in einem Holzkasten untergebracht. Die typischen Elemente von Modell No. 5 sind hier zu finden: Kombizuglöschung, EW-Löschung mit zusätzlicher Abdeckplatte, Kommaschienen für alle Werke. Im Umdrehungszählwerk gibt es keine Zehnerübertragung. Ein zweites Exemplar dieses Modells ist nicht bekannt. Die hier gezeigte Abbildung "Type 10" aus einer Werbeanzeige von 1913 könnte die der Patentschrift entsprechende Version sein, denn sie enthält nicht den Richtungsumschalter Add - Sub. und im Text wird auf den nicht notwendigen Umschalter hingewiesen: "No transposition".
Inventarnummer:
FDM7170

Jahr der Erfindung:
1908

Hersteller:
Bunzel-Delton

Baujahr:
ca. 1912

Hauptgattung:
Vierspeziesmaschine

Untergattungen:
Staffelwalze

Kapazität:
9 (EW) x 9 (UZW) x 16 (RW) / 16 (RW 2)

Maße (H x B x T):
14 x 66 x 35 cm

Gewicht:
18,3 kg

Produktionszeit:
1908 - 1914

Seriennummer:
7769-31


Literatur:
  • Amtsblatt zur Wiener Zeitung, [1909] 16. Juni
  • Amtsblatt zur Wiener Zeitung, [1906] 7. Juli
  • Amtsblatt zur Wiener Zeitung, [1909] 15. Dezember
  • Reese, Martin/Anthes, Erhard: "Bunzel und Burkhardt - Eine verschwiegene Zusammenarbeit über 25 lange Jahre," in: Schmidt, W.H. u. Girbardt, W. (Hrsg.): 4. Greifswalder Symposium zur Entwicklung der Rechentechnik und 15. Internationales Treffen für Rechenschieber- und Rechenmaschinensammler IM2009, Greifswald, p. 27-42
  • Reese, Martin/Anthes, Erhard: "Hugo Bunzel, Wien. Geschichte eines Pioniers", in Historische Bürowelt, Nr. 87, 2012, p. 19-27
  • Schack, Friedrich von: Leitende Männer. 4. Sonderheft, 1. Export-Edition 1913. Berlin 1913, p. 45

Patente:
  • AT 63131 [1912]
  • AT 67008 [1913]
  • CH 67930 [1913]
  • DE 334184 [1913] (Marie Bunzel: Rechenmaschine mit zwei oder mehreren Resultatzählwerken)
Dieses Objekt befindet sich aktuell nicht in der Ausstellung.

 

Bunzel-Delton No. 5 Duplex, 1912, FDM7170, © Arithmeum
Bunzel-Delton Type 10, © Quelle: Schack [1913]