Burroughs Calculator 5205

Schaltschwingenmaschine

ca. 1927

Allen A. Horton (erstes Patent US 1016501 von 1911) und Walter J. Pasinski (erstes Patent US 1023168 von 1912) sind die wichtigsten Konstrukteure des Calculator. Das Patent von Dorr E. Felt über die Schaltschwinge (Synonym: Schwinghebel) war nach 17 Jahren Schutzfrist abgelaufen und Burroughs versuchte, mit neuen Konstruktionen zu dem alten Schaltprinzip dem Comptometer Konkurrenz zu machen. Die Patentstreitigkeiten in den ersten Jahren betrafen vor allem das Gehäuse des frühen Calculators (FDM 9246): Es war nahezu identisch mit den Metallgehäusen des Comptometers. Ab etwa 1914 wurde der Calculator mit dem neuen charakteristischen Gehäuse geliefert, das erst nach dem zweiten Weltkrieg erneut geändert wurde. Die umfangreichen Patente von Burroughs zum Calculator beschreiben detailliert die einzelnen Neuerungen der mechanischen Konstruktion. Die meisten Patente lauten auf Horton und auf Pasinski. Pasinski gelang schließlich auch der Einbau eines Motors und eines Speicherwerkes (als zweites Summierwerk).

Es können alle vier Grundrechenarten durchgeführt werden, wobei eine bestimmte Hand- und Fingerhaltung notwendig ist, die man sich durch entsprechende Übung angewöhnen kann. Beherrschte man diese Kunst, war man damit unschlagbar schnell – um dies zu erlernen, konnten Anwender sogenannte Comptometer-Schulen besuchen.

Nach dem zweiten Weltkrieg konnte auch eine direkte Subtraktion entwickelt werden. Das Modell 5205 und das Nachfolgemodell 51305 sind recht häufig zu finden. Die Maschine kostete 1927 RM 1115.
Inventarnummer:
FDM7077

Hersteller:
Burroughs Adding Machine Company

Baujahr:
ca. 1927

Hauptgattung:
Ein- bis Dreispeziesmaschine

Untergattungen:
Schaltschwinge

Kapazität:
9 (EW) x 0 (UZW) x 10 (RW)

Maße (H x B x T):
19 x 27 x 30 cm

Gewicht:
5,2 kg

Seriennummer:
E5-997560


Literatur:
  • Irler, Wolfgang: „Zehnerübertrag bei Tastenantrieb", in: 4. Greifswalder Symposium zur Entwicklung der Rechentechnik und 15. Internationales Treffen für Rechenschieber- und Rechenmaschinensammler IM2009, Greifswald 2009, p. 43-54
  • Lind, Wilhelm: Büromaschinen. Teil 1. Füssen 1954 (2. Auflage), p. 89
  • Martin, Ernst (Pseud.): Die Rechenmaschinen und ihre Entwicklungsgeschichte. Pappenheim 1925, Nachtrag 1936 (Nachdruck: Leopoldshöhe 1985), p. 289f., 401

Patente:
  • DE 356783 [1915]
  • US 1016501 [1912]
  • US 1156600 [1915]
  • US 1243839 [1917]
  • US 1326504 [1919]
  • US 1342459 [1920]

Weitere Exemplare in der Sammlung (5):
  • FDM6889 (ca. 1925, SNr.: 729145)
  • FDM7304 (ca. 1925, SNr.: 5-886462)
  • FDM7920 (ca. 1925, SNr.: 5-871073)
  • FDM8921 (ca. 1920, SNr.: 5-462181)
  • FDM9245 (ca. 1920, SNr.: 5-447969)
Ein weiteres Exemplar dieser Maschine befindet sich in der Ausstellung: FDM8921 (1. Untergeschoss).

 

Querschnitt, © US 1156600
Burroughs Calculator 5205, 1927, FDM7077, © Arithmeum