Mauser HU
1938
Ende der 1920er Jahre versuchte die Waffenfabrik Mauser, Oberndorf, die zivile Produktion auszuweiten und kaufte die Rechte an der Ruthardt Addiermaschine (Stuttgart). Trotz intensiver Bemühungen konnten die Schwächen dieser Maschine aber nicht behoben werden und so konstruierte man in Oberndorf ein völlig neues Gerät, das 1933 (und dann bis 1945) zum Verkauf bereitstand. Das Modell HU unterscheidet sich vom Modell H durch die Subtraktion, die hier zusätzlich eingebaut ist und Ergebnisse auch unter Null den Konventionen entsprechend ausgedruckt ("Saldiermaschine"). Sie ist 10-stellig im Einstellwerk und 11-stellig im Resultatwerk. Es gibt Funktionstasten für Nichtaddition, Zwischensumme, Endsumme, Subtraktion, Repetition und den Hebel für eine Einzel- oder Gesamtlöschung des Einstellwerks und verfügt über ein sichtbares Resultatwerk, d.h. es ist jederzeit durch Sichtkontrolle der Inhalt des Resultatwerks feststellbar.
In den folgenden Jahren wurden aus dem Grundmodell verschiedene Typen bis hin zum Buchungsautomaten entwickelt. Nach dem Krieg wurden die gesamten Anlagen demontiert und als Reparationsleistung in Paris (beim Rüstungsbetrieb Levallois) wieder aufgebaut. Dort wurden die Maschinen noch einige Jahre hergestellt und unter der Bezeichnung "MLS 300" vorwiegend in Westeuropa vertrieben.
- Inventarnummer:
- FDM6702
- Jahr der Erfindung:
- 1933
- Hersteller:
- Mauser-Werke AG
- Baujahr:
- 1938
- Hauptgattung:
- Ein- bis Dreispeziesmaschine
- Untergattungen:
- Addiersegment
- Kapazität:
- 10 (EW) x 11 (RW)
- Maße (H x B x T):
- 28 x 29 x 43 cm
- Gewicht:
- 12,6 kg
- Produktionszeit:
- 1933 - 1945
- Seriennummer:
- 14489
- Literatur:
- Haertel, Peter: „Erfolg erst im zweiten Anlauf. Die Rechenmaschinen der Mauser-Werke AG." in: Historische Bürowelt 2004, 69, p. 9-13, p. 9-13
- Haertel, Peter: „Die Weiterentwicklung der Rechen- und Buchungsmaschinen der Mauser-Werke A.G. in den Jahren 1935-1942", auf www.rechnerlexikon.de, 2015
- Martin, Ernst (Pseud.): Die Rechenmaschinen und ihre Entwicklungsgeschichte. Pappenheim 1925, Nachtrag 1936 (Nachdruck: Leopoldshöhe 1985), p. 431-433
- Patente:
- DE 663665 [1932]
- DE 668704 [1933]






