Mercedes Euklid 30
Proportionalhebelmaschine mit Motorantrieb
1938
Mit der Serie III begann bei Mercedes 1931 ein gänzlich neues Maschinenprogramm, das aus einer weitgehenden Umkonstruktion hervorging: Äußerlich auffallend ist die Verlagerung des Schlittens mit den Zähl- und Rechenwerken hinter die Tastatur, die ihrerseits ganz in das Gehäuse integriert werden konnte. Schlitten und Gehäuse bilden im Grundzustand eine geschlossene Einheit, was der ganzen Maschine ein elegantes Aussehen gibt. Am Schaltprinzip hatte sich jedoch nichts geändert, es wird weiterhin mit einem Proportionalhebelgetriebe gerechnet, wie es von Christel Hamann um 1905 entwickelt wurde. Die neue Gestaltung der Maschinen mit den geänderten mechanischen Konstruktionen wurde August Friedrich Pott patentiert. Die patentrechtliche Absicherung dieses Prinzips und der Ausführungen war offenbar so gut, dass sich seit der Erfindung und auch in den späteren Jahren kein Konkurrent neben Mercedes damit platzieren konnte. Zur Serie III wurden von 1931 bis 1936 über zwanzig verschiedene Modelle in den Handel gebracht. Nicht alle davon waren erfolgreich. So mussten vier Modelle mit einer Wahltastatur für die Multiplikation wegen kaum lösbarer technischer Probleme aus der Produktion herausgenommen und die bereits verkauften Maschinen zurückgenommen oder umgebaut werden. Dagegen waren die Vollautomaten 37 SM und 38 SM (ab 1935) äußerst zuverlässig und ein großer Erfolg für die Firma Mercedes.
Das Modell 30 ist eine elektrisch angetriebene Rechenmaschine mit halbautomatischer Multiplikation (durch Drücken der Plustaste nach Gehör oder unter Beachtung des Umdrehungszählwerkes) und einer Stopdivision, d.h. die Maschine subtrahiert bis zum Überlauf und schaltet dann ab; Korrektur und Schlittenverlegung ist durch den Bediener vorzunehmen. Im Wesentlichen ist also die Handkurbel durch den Motor ersetzt. Auch die Löschung der Zählwerke und die Schlittenverschiebung erfolgen mittels Motorantrieb. Modell 30 ist nach der Handmaschine die billigste Alternative mit der geringsten Ausbaustufe. Sie wurde ab 1935 hergestellt. Es befindet sich auch ein Exemplar ohne Division in der Sammlung (1935).
- Inventarnummer:
- FDM6430
- Jahr der Erfindung:
- 1935
- Hersteller:
- Mercedes Bureau-Maschinengesellschaft m.b.H.
- Baujahr:
- 1938
- Hauptgattung:
- Vierspeziesmaschine
- Untergattungen:
- Proportional- / Verhältnishebel
- Kapazität:
- 7 (EW) x 6 (UZW) x 12 (RW)
- Maße (H x B x T):
- 18 x 33 x 39 cm
- Gewicht:
- 14,5 kg
- Produktionszeit:
- 1935 - 1945
- Seriennummer:
- 37594
- Literatur:
- Anthes, Erhard: „Die Mercedes Euklid 1910 bis 1970“, in: Leertaste 22/23, 1987, p. 21-27
- Lind, Wilhelm: Büromaschinen. Teil 1. Füssen 1954 (2. Auflage), p. 68ff.
- Reese, Martin/Anthes, Erhard: „Zeittafel, Nummernlage und Modellübersicht für die Mercedes-Euklid und Mercedes Addier-Maschine“, in: HBw-Aktuell 18/5, 2000
- Werkmeister, Paul W.: „Die Mercedes-Euklid-Rechenmaschine in neuer Bauart“, in: Zeitschrift für Instrumentenkunde 54, 1934, p. 94-95
- Patente:
- DE 528535 [1929]
- US 1935858 [1930]
- Weitere Exemplare in der Sammlung (1):






