Brunsviga G
Sprossenradmaschine mit zwei Umdrehungszählwerken und zwei Resultatwerken
1910
Die aufwendigste und teuerste Maschine, die bei GNC jemals hergestellt wurde, war das Modell G, von dem zwischen 1907 und 1913 nur 97 Exemplare gebaut wurden (Haase-Liste von 1948, HBw 84). Cris Vande Velde entdeckte 2018 gleich zwei dieser seltenen Exemplare in Nordfrankreich, konnte diese erwerben und restaurierte sie in einem langwierigen Prozess. Die Berichte darüber, die Beschreibung der Funktionsweise und einige interessante Anwendungsbeispiele kann man auf seiner Internetseite nachlesen. Die besser erhaltene Maschine kam 2018 ins Arithmeum, wo sie durchaus ein Glanzstück der Brunsviga-Sammlung ist. Die Maschine hat zwei Resultatwerke (RW), beide mit Zehnerübertragung (ZÜ), und zwei Umdrehungszählwerke (UZW): Das rechte UZW mit ZÜ, das linke ohne ZÜ. Mit der Maschine wird im unteren RW z.B. die Summe von Produkten, die im oberen RW berechnet werden, gebildet. Das obere RW wird nach jedem Produkt gelöscht und ein neuer Rechenvorgang startet. Mit dem rechten UZW (mit ZÜ) kann die Summe von Multiplikatoren oder die Summe von Quotienten gebildet werden, die im linken UZW angezeigt und nach jedem Rechenvorgang gelöscht werden. Weitere spezielle Einrichtungen und Rechenvorgänge beschreibt Trautschold [1910], z.B. die Ausführung von Prozentrechnungen mit den speziellen Hilfseinrichtungen des Modells G, wie sie in DE21128 und DE213060 beschrieben sind. Vande Velde stellt diese in Worten (englisch) und Bildern von Modell G eindrücklich dar. Franz Trinks hatte sich Anfang des 20. Jh. mehrere Patente zu den zweifachen Umdrehungszählwerken ausstellen lassen, nicht jedoch zu den doppelten Resultatwerken. Hier war wohl ausschlaggebend das bereits existierende Patent zur Berolina Duplikator DE143497 [1901] von Ernst Schuster. Die Maschine gehört zu der Modellserie mit feststehenden Einstellhebeln (G, H, J, K, N) die zwischen 1907 und 1920 gebaut wurden.
- Inventarnummer:
- FDM9859
- Baujahr:
- 1910
- Hauptgattung:
- Vierspeziesmaschine
- Untergattungen:
- Sprossenrad
- Kapazität:
- 9 (EW) x 8 (UZW) x 13 (RW) / (UZW 2) x 13 (RW 2)
- Maße (H x B x T):
- 21 x 49 x 28 cm
- Gewicht:
- 31 Gramm
- Produktionszeit:
- 1907 - 1913
- Seriennummer:
- 13944
- Literatur:
- Anthes, Erhard/Badur, Klaus: „Brunsviga Sondermodelle um 1910", in: Historische Bürowelt 112, 2018, p. 8-11
- Halkowich, Alfons: „Neuere Rechenmaschinen“, in: Werkstatts-Technik 5, 1911, p. 401-409, p. 475-482, p. 517-524, p. 633-639, p. 522-524;
- Trautschold, Wilhelm: Die Rechenmaschine Brunsviga, ihre Bedeutung für Staat, Wissenschaft, Technik und Handel. Grimme, Natalis & Co., 2. Aufl., 2010, auf: www.rechenmaschinen-illustrated.com
- VandeVelde, Cris: www.crisvandevel.de, www.crisvandevel.de/BruG.htm
- Weiss, Stephan: Modelle der Rechenmaschine Brunsviga bis 1920, auf: www.mechrech.info/publikat/BruviMod1920.pdf
- Patente:
- DE 184670 [1907/1906]
- DE 199472 [1907]
- DE 208810 [1907]
- DE 211285 [1908]
- DE 213060 [1908]
- DE 222385 [1910/1909]
- US 928083 [1909/1908]






