Busch Trio

„Bonn“

Mathieu van Bellen, Violine
Ori Epstein, Cello
Omri Epstein, Klavier


Bonn ist in mehrfacher Hinsicht mit dem Programm des Abends verbunden. Er solle Mozarts Geist aus Haydns Händen empfangen, mit diesen Worten entließ Graf Waldstein den jungen Beethoven aus Bonn nach Wien, wo dieser dann schließlich in den Zenit der kleinen Zahl von Komponisten des deutschen Sprachraums aufstieg, die den Kanon der „Klassischen Musik“ bilden. Dazu gehören Werke wie das Klaviertrio op. 97, dem musikalischen Freund Erzherzog Rudolf gewidmet, das zu den reifsten Werken dieser von Haydn und Beethoven geprägten Gattung gehört. Die musikalische Sprache des Werks ist nicht mehr nur spezifisch kammermusikalisch, sondern teilt in ihren Techniken und großen Formen die Sprache von Symphonie und Konzert.

Aber auch der Namensgeber des Busch Trios (der Geiger Mathieu van Bellen spielt eine Geige, die dem großen deutschen Geiger Adolf Busch gehört hat) ist mit Bonn verbunden. Busch war nicht nur Ehrenmitglied des Beethoven-Hauses, er war auch Schwiegersohn seines Bonner Kompositionslehrers Hugo Grüters. Was er von dem gelernt hat, erinnert weniger an Beethoven oder Haydn, sondern ist in der spätromantischen Sprache geschrieben, die die traditionelle Harmonielehre bis an ihre Grenzen und bisweilen darüber hinaus führt, so wie sie maßgeblich etwa von Max Reger geprägt worden ist.