Brunsviga AS

Zweispezies-Addiersegmentmaschine

ca. 1950

Die Addiermaschine enthält eine Übertragungsmechanik, wie sie ähnlich schon von Burroughs entwickelt worden war (Addiersegment-Prinzip). Die durch ihre Vierspezies-Sprossenradmaschine der Marke Brunsviga bekannte Firma Grimme, Natalis und Co, Braunschweig, wollte mit dieser Maschine im Marktsegment der druckenden Addiermaschinen ebenfalls Fuß fassen. Deshalb beauftragte Firmenchef Carl Runte in den 30er Jahren den Konstrukteur Dr. Gustav Schenk, den angekauften Entwurf von Ralph C. Coxhead, New York, zur Serienreife zu bringen. Die ersten Maschinen der Nullserie wurden 1936 gebaut, jedoch mussten noch einige „Kinderkrankheiten“ beseitigt werden. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die Serienproduktion anlaufen, und die ersten Maschinen kamen 1948 in den Handel. Man lieferte sie in unterschiedlichen Größen, z.B. mit 7, 8 oder 10 Tastenbänken, mit Hand- oder Motorantrieb. Es gab auch Spezialgrößen mit bis zu 20 Stellen in der Eingabe. Das Modell AS bildete zugleich die Basis für eine Zehntasten-Addiermaschine, bei der die Volltastatur durch eine Zehnertastatur und einen Stiftschlitten ersetzt war. Bis 1959 kam eine Vielzahl unterschiedlicher druckender Zweispeziesmaschinen aus dem Braunschweiger Werk. Dann, nach der Übernahme der Firma durch Olympia, wurde die Produktion dieser Modelle nach und nach eingestellt. Das vorliegende Exemplar hat die Serien-Nummer A 334, ist also vermutlich 1948 hergestellt worden und gehört damit zu den frühesten Maschinen dieser Modellreihe.
Inventarnummer:
FDM7970

Jahr der Erfindung:
1950

Hersteller:
Brunsviga Maschinenwerke AG

Baujahr:
ca. 1950

Hauptgattung:
Ein- bis Dreispeziesmaschine

Untergattungen:
Addiersegment

Kapazität:
9 (EW) x 0 (UZW) x 10 (RW)

Maße (H x B x T):
18 x 29 x 36 cm

Gewicht:
8,1 kg

Produktionszeit:
1948 - 1951

Seriennummer:
1800


Literatur:
  • Anthes, Erhard: „Dr.-Ing. Gustav Schenk, Konstrukteur des druckenden Vierspeziesautomaten Ultra 804 (Mach 1.07)", in: Von Menschen und Maschinen, 1993, p. 36-49
  • Lind, Wilhelm: Büromaschinen. Teil 1. Füssen 1954 (2. Auflage), p. 103
  • Martin, Ernst (Pseud.): Die Rechenmaschinen und ihre Entwicklungsgeschichte. Pappenheim 1925, Nachtrag 1936 (Nachdruck: Leopoldshöhe 1985), p. 400
  • VDI-Zeitschrift, 92 [1950], p. 486-489
  • Wernecke, O.: „Addiermaschinen“, in: Feinwerktechnik 9, 1953, p. 276-283

Patente:
  • DE 669883 [1934]

Weitere Exemplare in der Sammlung (5):
  • FDM4710 (1950, SNr.: 5917)
  • FDM6542 (ca. 1950, SNr.: 5089)
  • FDM7803 (ca. 1950, SNr.: A 124)
  • FDM7930 (ca. 1950, SNr.: 7830)
  • FDM9375 (1948, SNr.: A334)
Ein weiteres Exemplar dieser Maschine befindet sich in der Ausstellung: FDM9375 (1. Untergeschoss).

 

Getriebeaufbau der Brunsviga Addiermaschine Modell AS, © Lind [1954]
Brunsviga AS, 1950, FDM7970, © Arithmeum