Monopol Duplex (späte Version)

Vierspeziesmaschine mit Schwenksprossenrädern

ca. 1914

Konstrukteur dieser Maschine ist Woldemar Heinitz, Dresden. Er war wohl auch an der Entwicklung der Vorgängermaschine "W. Küttners System" (FDM 7408) beteiligt und stellte diese in seiner mechanischen Werkstatt noch vor 1900 her (siehe FDM 7408). Die Nachfolgemaschine "Monopol" wurde von Heinitz neu konstruiert, wobei sowohl der grundsätzliche Aufbau als auch das Sprossenradsystem und andere technische Details verändert und patentiert wurden. Es gibt von dieser Maschine zwei Versionen: Die frühere bis ca. 1904 gebaute ist an ihrem massiven ziselierten Metallgehäuse erkennbar (FDM 9019); Hersteller war die Monopol Kontrollkassen- und Rechenmaschinenfabrik AG in Dresden. Die spätere Version bekam ein schwarz lackiertes Gehäuse und wurde ab ca. 1904 von Schubert & Salzer in Chemnitz gebaut. Die Maschine hat als damalige außergewöhnliche Besonderheit die Zehnerübertragung auch im Umdrehungszählwerk, und das lange bevor die verschiedenen Sprossenrad- und Staffelwalzenfabrikate diesen Zusatz erhielten. Die Erweiterung "Duplex" in der Bezeichnung der Maschine bezieht sich auf diese Besonderheit, nicht wie später üblich auf ein doppeltes Resultatwerk. Die seltene Maschine stellt eine konstruktive Weiterentwicklung der Sprossenradmaschine im frühen Stadium dar. Sie hat sich aber gegen die bereits präsente Konkurrenz nicht durchsetzen können. Die Produktion wurde nach dem Ersten Weltkrieg nicht mehr fortgeführt.
Inventarnummer:
FDM6409

Jahr der Erfindung:
1904

Hersteller:
Schubert & Salzer

Baujahr:
ca. 1914

Hauptgattung:
Vierspeziesmaschine

Untergattungen:
Sprossenrad

Kapazität:
6 (EW) x 7 (UZW) x 12 (RW)

Maße (H x B x T):
25 x 34 x 23 cm

Gewicht:
21,0 kg

Produktionszeit:
1904 - 1914

Seriennummer:
2720


Literatur:
  • Krebs, Erich: „Die Rechenstäbe und Rechenmaschinen einst und jetzt“, in: Beiträge zur Geschichte und Technik der Industrie 3, 1911, p. 147-162
  • Mehmke, R.: „Numerisches Rechnen“, in: Encyclopädie der mathematischen Wissenschaften. Leipzig 1902, Bd. 1, Teil 2, p. 938-1079
  • Platen, Jürgen von: „Sprossenrad-Konstruktionen“, in: Büromaschinen-Mechaniker 78, 1965, p. 131-132
  • Reese, Martin: Neue Blicke auf alte Maschinen. Zur Geschichte mechanischer Rechenmaschinen. Hamburg 2002, p. 67-68
  • Reese, Martin: „Woldemar Heinitz, Fabrikant und Konstrukteur der Monopol-Rechenmaschinen, der Monopol-Kassen und des Comptators." in: HBw 99, 2015, p. 8-13
  • Verhoeven, Daniel: „Die Rechenmaschine "W. Küttner's System" - Vorläufer der "Monopol", in Historische Bürowelt 101, Sept. 2015, p. 25-31

Patente:
  • CH 27841 [1902]
  • DE 111916 [1898] (Woldemar Heinitz: Schaltrad mit einrückbaren Zähnen für Zählwerke)
  • DE 137166 [1902]
  • DE 148811 [1902]
  • GB 190224140 [1902]
Dieses Objekt befindet sich aktuell nicht in der Ausstellung.

 

Längsschnitt mit Sprossenrädern und Umdrehungszählwerk, © CH 27841
Monopol Duplex (späte Version), 1914, FDM6409, © Arithmeum