Comptometer J

Volltastatur-Addiermaschine mit Schaltschwingen

ca. 1933

Das Modell J folgte 1926 auf Modell H und erreichte eine weite Verbreitung. Es ist das einzige Modell der kupferfarbigen Serie, bei dem die Modellbezeichnung zusammen mit der Maschinennummer eingestanzt wurde. Von Februar 1926 bis ca. 1940 wurden etwa 90 000 Exemplare gebaut. Dies ist eine doch recht beachtliche Zahl, da die Maschine zu den teuersten Rechenmaschinen mit Handantrieb gehört. Allerdings konnte die geschulte Rechnerin die vier Grundrechenarten damit auch sehr schnell vollziehen. Das Exemplar hat zehnstellige Kapazität in der Tastatur. Es kostete 1927 in den USA $ 400, was etwa RM 1600 entsprach. Ab 1913 war als Konstrukteur Joseph A. V. Turck bei Felt & Tarrant tätig. Er beeinflusste entscheidend die Entwicklung des Comptometers, insbesondere der Sicherheitseinrichtungen. Ab 1887 wurde der tastenangetriebene Comptometer der Firma Felt & Tarrant, Chicago, verkauft, zunächst eingebaut in ein Gehäuse aus Holz, dann in eines aus Metall. Diese erhielten dann Modellbezeichnungen A, B, C usw. Tastenangetrieben besagt, dass gleichzeitig mit der Einstellung eines Wertes auch die Übertragung in das Resultatwerk erfolgt; es ist daher kein Kurbelzug nötig. Dies bringt eine ganz erhebliche Zeitersparnis beim Rechnen: Die Comptometer waren lange Zeit die schnellsten mechanischen Rechenmaschinen, obwohl sie eigentlich nicht zu den Vierspeziesmaschinen zu zählen sind - sie haben keine Versetzung der Zählwerke gegenüber dem Einstellwerk. Zum Multiplizieren und Dividieren waren eigene Handlungsabfolgen einzuüben, um den Geschwindigkeitsvorteil auch zum Tragen zu bringen. In speziellen Comptometer-Schulen konnten diese Verfahren gelernt werden. Die Schaltschwinge ist das mechanische Übertragungselement, das für den Transport der eingegebenen Werte in das Resultatwerk sorgt.

Auf der auf diesem Exemplar aufgebrachten Plakette befindet sich die Aufschrift "Comptometer, Eingetragene Schutzmarke, Rechenmaschine, Felt & Tarrant Mfg. Co., Chicago", vermutlich handelt es sich um ein Exportmodell für den deutschsprachigen Raum.
Inventarnummer:
FDM8827

Erfinder:
Dorr E. Felt

Jahr der Erfindung:
1926

Hersteller:
Felt & Tarrant Mfg. Co

Baujahr:
ca. 1933

Hauptgattung:
Ein- bis Dreispeziesmaschine

Untergattungen:
Schaltschwinge

Kapazität:
10 (EW) x 11 (RW)

Maße (H x B x T):
15 x 27 x 38 cm

Gewicht:
9,9 kg

Produktionszeit:
1926 - 1940

Seriennummer:
J291539


Literatur:
  • McCarthy, James H.: The American digest of business machines. Chicago 1924, p. 71
  • Turck, J. A. V. [1921]: Origin of Modern Calculating Machines. A Chronicle of the Evolution of the Principles that form the Generic Make-up of the Modern Calculating Machine. Chicago 1921

Weitere Exemplare in der Sammlung (7):
  • FDM4372 (ca. 1931, SNr.: J 284680)
  • FDM4582 (ca. 1931, SNr.: J 279774)
  • FDM4704 (ca. 1929, SNr.: 268643)
  • FDM6191 (ca. 1934, SNr.: 294277)
  • FDM6704 (ca. 1931, SNr.: J281491)
  • FDM7500 (ca. 1932, SNr.: J 288436)
  • FDM7709 (1927, SNr.: J25875C)
Dieses Objekt befindet sich aktuell nicht in der Ausstellung.

 

Comptometer J, 1933, FDM8827, © Arithmeum
Querschnitt des Schaltschwingen-Prinzips im Comptometer, © DRP 23537