Proportionalzirkel und seltene Mathematik- und Zeicheninstrumente des 17. und 18. Jahrhunderts

Öffentliche kostenfreie Führung: Sonntags um 16:30 Uhr

Die Ausstellung „Proportionalzirkel und seltene Mathematik- und Zeicheninstrumente des 17. und 18. Jahrhunderts“ im Arithmeum hat sich zum Ziel gesetzt, diese sehr seltenen und äußerst wertvollen Instrumente, die das angewandte Rechnen lange Zeit geprägt haben, in Erinnerung zu rufen.

Proportionalzirkel von Galileo Galilei, Messing, um 1606, Museo Galileo, Florenz.

Der Proportionalzirkel war als analoges Recheninstrument in Kombination mit mathematischen Sets und Zeichenutensilien über zwei Jahrhunderte für Architekten, Ingenieure und auch Wissenschaftler ein praktischer Begleiter.


Zeichenset von Claude Langlois und Charles Clément, Silber, um 1726, verwendet vom Architekten Ange J. Gabriel (Petit Trianon für Madame de Pompadour in Versailles, Place de la Concorde), Collection Rocca.


Diese Ausstellung präsentiert erstmalig herausragende Proportionalzirkel und mathematische Necessaires, die uns die Schönheit und Kunstfertigkeit wissenschaftlicher Instrumente in ihrer wundervollsten Form vor Augen führen.

Proportionalzirkel aus dem mathematischen Necessaire von Franciskus Fiebig, Messing vergoldet, um 1640, Deutschland / Niederlande. Astronomisch-Physikalisches Kabinett, Hessen Kassel Heritage.


Die überragende Qualität dieser raren Objekte erlaubt einen tiefen Einblick in die ausgefeilten und zum Teil verloren gegangenen Fertigungstechniken, die nur wenige Künstlerdynastien beherrschten, welche sich über viele Generationen diesem Sujet widmeten.

Mathematik-Necessaire mit Proportionalzirkel von Nicolas Bion, erstes bekanntes Set in Gold, Paris um 1700, © RMN-Grand Palais (Musée du Louvre) / Jean-Gilles Berizzi.


Doch nicht nur die einzigartig feine Ästhetik dieser Instrumente spricht uns besonders an, sondern auch deren Entwicklungsgeschichte und mathematische Grundlagen. Den Gipfel des Präzisionsinstrumentenbaus bildete in der Frühen Neuzeit der von berühmten Mathematikern wie Galileo Galilei und Jost Bürgi entwickelte, vielfältig einsetzbare Proportionalzirkel.

Vorläufer des Proportionalzirkels von Jost Bürgi, Messing und Eisen, vor 1600, Schweiz, Astronomisch-Physikallisches Kabinett, Hessen Kassel Heritage.

Die Ausstellung wird sich erstmals vertieft mit der kulturgeschichtlichen Bedeutung dieser Instrumente auseinandersetzen und die wertvollsten Preziosen aus dem Arithmeum und den wichtigsten wissenschaftshistorischen Sammlungen Europas, wie dem Musée du Louvre in Paris, dem Museo Galileo in Florenz, dem Astronomisch-Physikalischen Kabinett, Hessen Kassel Heritage, der École National des Ponts et Chaussées in Paris, der Galerie Delalande in Paris und der Collection Rocca.

Mathematische Truhe von Jacques Canivet, größte Sammlung von Mathematik- und Zeicheninstrumenten (160 Teile), Paris 1768, Collection Delalande, Paris.


Welcher Ort würde sich besser für eine solche Ausstellung der schönsten erhaltenen Mathematik- und Recheninstrumente eignen als das Arithmeum?

Das kleinste Proportionalzirkelset von Jean Baptiste Delure, um 1698, Paris. Ein Meisterstück aus Silber, das auch bei nur 2,7 cm richtige Ergebnisse liefert! Collection Rocca.

 

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Ein Einführungsvideo zur Ausstellung sehen Sie hier:

Eine englische, französische sowie italienische Version des Videos ist ebenfalls verfügbar.