Marchant Twinplex

1944

Wie Leslie J. Comrie mitteilte, wurde die Marchant Twinplex nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in Großbritanien aus einzelnen Stellsegment-Handkurbelmaschinen Modell XL zusammengesetzt. Anlass war der Verlust sämtlicher Brunsviga-Doppelmaschinen bei Dünkirchen 1940 und der fehlende Nachschub aus Deutschland. Man versuchte zunächst aus der in England gebauten Britannic-Sprossenradmaschine Doppelmaschinen herzustellen, die aber den militärischen Anforderungen nicht gewachsen waren. Dazu schreibt Comrie [1946]: "The machine itself proved too unreliable for military conditions, so the problem was solved by twinning (in England) lease-lend hand Marchants, which proved entirely satisfactory. Thus it has come about that there are hundreds of twin Marchants in England, but none in USA, where the single machines were born." Die beiden hintereinander montierten Maschinen besitzen eine gleich und gegenläufig schaltbare Umsteuerung. Durch diese Einrichtung lassen sich bis zu einem gewissen Grad die Vorzeichen von Zahlen berücksichtigen, es sind jedoch noch zusätzliche Schaltanweisungen (Vorzeichentafeln) erforderlich. Wie andere Doppelmaschinen eignet sich die Marchant Twinplex für geodätische Koordinatenberechnungen wie Kleinpunktberechnungen, Bindepunktberechnungen, Polygonzüge, Schnittaufgaben und Koordinatenberechnungen. Beim Militär wurden solche Maschinen für die Zielberechnungen der Artillerie eingesetzt.
Inventory number:
FDM10863

Manufacturer:
Marchant

Year of manufacture:
1944

Main category:
Vierspeziesmaschine

Capacity:
9 (EW) x 8 (UZW) x 13 (RW) / 9 (EW 2) x 13 (RW 2)

Dimensions (H x B x T):
22 x 37 x 28 cm

Weight:
17,8 kg

Serial number:
394


Literature:
  • Comrie, Leslie John: The Twin Marchant Calculating Machine and its Application to Survey Problems. London 1942
  • Comrie, Leslie John: „The application of commercial calculating machines to scientific computing". In: Mathematical tables and other aids to computation, 1946, 16/2, p. 149-159
  • Wittke, Heinz: „Geodätische Rechenhilfsmittel“, in: Handbuch der Vermessungskunde 1, Stuttgart 1961, p. 775f.

Patents:
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