Matador (Brunsviga)

Einzelreihen-Addiermaschine mit Schaltklinke

1906

Diese nur in einem Exemplar bekannte Maschine ist vielleicht als Versuch gebaut worden; ein ähnliches Modell in der ehemaligen Brunsviga-Sammlung (Zv1905-2) ist für britische Währung eingerichtet. Weitere zwei Matador mit Hebeleinstellung und Sprossenrad sind in der Brunsviga-Sammlung in Braunschweig vorhanden. Einzelreihen-Addiermaschinen wurden um 1905 durch die viel einfachere Adix in Deutschland bekannt. Die Matador war demgegenüber in der Lage, auf bis zu acht Stellen kolonnenweise zu addieren und auch die Zehnerüberträge zu verwerten. Wie Färber [1909] schreibt, sind auch „sinnreiche Sicherungsvorkehrungen getroffen“ worden. Er vergleicht die Matador (mit Hebeleinstellung) mit der Adix auch bezüglich des Preises: Adix 30 M gegenüber Matador 150 M.

Die Maschine hat einen verschiebbaren Schlitten mit einem 8-stelligen Summierwerk, der nach Drücken des Rasthebels links vorne auf eine dezimale Position verschoben werden kann. Nach Drücken einer Zifferntaste wird die Kurbel (rechte Seite) freigegeben und der Wert durch eine Umdrehung in das Summierwerk addiert, wobei gegebenenfalls ein Zehnerübertrag erfolgt. Mit dem kleinen Hebel auf der rechten Seite hinten kann eine Eingabe gelöscht werden. Die Löschung des Summierwerks erfolgt durch Drehung des Löschflügels rechts am Schlitten, nachdem durch Drücken der Taste links die Ziffernräder vom Antrieb gelöst wurden. Die Bedienung der Maschine ist umständlich.

Die Maschine enthält nur ein Sprossenrad, dessen Sprossen drehbar auf dem Rand einer Scheiben angeordnet sind. Beim Drücken einer Zahlentaste wird ein Stift nach rechtsverschoben, bei der anschließenden Kurbeldrehung werden nicht benötigte Sprossen außer Funktion gedreht. Das Patent DE157375 von Franz Trinks beschreibt eine Variante; die Zeichnung des Prinzips stammt aus diesem Patent.
Videos of this calculating machine:
Video Deutsch
Video (German)
Inventory number:
FDM10855

Year of invention:
1905

Manufacturer:
Grimme, Natalis & Co. C.-G.a.A. (später K.-G.a.A.)

Year of manufacture:
1906

Main category:
Ein- bis Dreispeziesmaschine

Subcategories:
Additionsmaschine, Sprossenrad

Capacity:
1 (EW) x 8 (RW)

Dimensions (H x B x T):
16 x 28 x 19 cm

Weight:
9,1 kg

Serial number:
512


Literature:
  • Färber: „Die Bedeutung und Konstruktion der modernen Rechenmaschinen“, in: Werkstattstechnik 3, 1909, p. 27-35 und 73-83, Jg. 3, p. 30
  • Martin, Ernst (Pseud.): Die Rechenmaschinen und ihre Entwicklungsgeschichte. Pappenheim 1925, Nachtrag 1936 (Nachdruck: Leopoldshöhe 1985), p. 164

Patents:
  • DE 157375 [1904]
  • DE 163681 [1904]
  • DE 174337 [1904]
  • DE 179247 [1905]
  • DE 181679 [1905]
  • DE 183028 [1905]
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