Mercedes Euklid 38 MS

Vollautomatische Proportionalhebelmaschine mit Speicherwerk

ca. 1949

Einer Firmenschrift von 1936 zufolge entstanden die Modelle der Serie IV (Modelle 37, 38, 37 MS und 38 MS) im Jahre 1934 und 1935. Es waren die damals komfortablen Vollautomaten von Mercedes. Die Modelle der Serie IV waren darüber hinaus aber auch in der Bedienungsweise wesentlich verbessert. Als Merkmale sind hier zu nennen: Ganzautomaten mit Volltastatur über die gesamte Maschinenkapazität; selbsttätige Multiplikation und Division, wobei die beiden zu verknüpfenden Zahlen nebeneinander eingegeben werden und nur ein Tastendruck die Rechenoperation in Gang setzt. Auch Zahlen mit der vollen Tastaturkapazität können - dann etwas aufwändiger in der Bedienungsweise - zur Berechnung von Produkten oder Quotienten eingegeben werden. Die Maschinen besitzen motorbetriebene Löschung und einen automatischen Schlittenrücklauf. Das Modell 38 MS besitzt darüber hinaus ein Speicherwerk mit Inhaltsanzeige, die Anzeige von Komplementwerten und eine Einrichtung zur automatischen Mehrfachmultiplikation. Diese Einrichtung besteht in einer Rückübertragung vom Speicherwerk in das Resultatwerk. Multiplikatoren werden in einem nicht sichtbaren achtstelligen Multiplikatorwerk gespeichert und dort abgearbeitet. Diese Maschine wurde bis zum Ende der 50er Jahre in der DDR gebaut, dann durch neuere Versionen, wie z.B. das Modell R 44 MS mit etwas kleineren Bauteilen abgelöst. Das Vorgängermodell aus der Serie II ist Modell 18 V.
Inventarnummer:
FDM6534

Jahr der Erfindung:
1938

Hersteller:
Mercedes Bureau-Maschinengesellschaft m.b.H.

Baujahr:
ca. 1949

Hauptgattung:
Vierspeziesmaschine

Untergattungen:
Proportional- / Verhältnishebel

Kapazität:
16 (EW) x 8 (UZW) x 16 (RW) / (UZW 2) x 16 (RW 2)

Maße (H x B x T):
19 x 39 x 37 cm

Gewicht:
21,3 kg

Produktionszeit:
1938 - 1953

Seriennummer:
70042


Literatur:
  • Anthes, Erhard: „Die Mercedes Euklid 1910 bis 1970“, in: Leertaste 22/23, 1987, p. 21-27, p. 21-26
  • Hennemann, A.: Die technische Entwicklung der Rechenmaschine. Aachen 1953 oder 1954, p. 86-106
  • Jacobs, Dieter; Tumma, Manfred: Von Mercedes zu Robotron. Zella-Mehlis / Meiningen, 2006
  • Lind, Wilhelm: Büromaschinen. Teil 1. Füssen 1954 (2. Auflage), p. 68-76
  • Euklid Branchenlehrbuch, Museum in der Beschussanstalt, Zella-Mehlis 2010 (Kopie der Originalausgabe von 1938)
  • Schmid, Harald: Speichervorrichtungen bei mechanischen Vierspezies-Rechenmaschinen, in: http://www.rechnerlexikon.de/artikel (Zugriff: 30.3.2007)
  • Werkmeister, Paul W.: „Die Mercedes-Euklid-Rechenmaschine in neuer Bauart“, in: Zeitschrift für Instrumentenkunde 54, 1934, p. 94-95
  • Werkmeister, Paul W.: „Eine neue Baurart der Rechenmaschine Mercedes-Euklid“, in: Zeitschrift für Instrumentenkunde 63, 1943, p. 359-361
  • Willers, Friedrich Adolf: Mathematische Maschinen und Instrumente. Berlin 1951, p. 43-49

Patente:
  • DD 3872 [1937]
  • DD 5552 [1938]
  • DE 691446 [1937]
  • DE 720359 [1937]
  • DE 723890 [1938]
  • GB 438516 [1934]
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Querschnitt mit Speicherwerk, Resultatwerk und Einstellwerk, © DE 720359
Mercedes Euklid 38 MS, 1949, FDM6534, © Arithmeum