Warazan - japanischer Datenspeicher aus Stroh, 1930

Mit speziellen Knotenschnüren wurden noch bis ins zwanzigste Jahrhundert auf den japanischen Ryukyu-Inseln Daten gespeichert. In Reisstroh wurden nach einem bestimmten System Knoten angeordnet, die Mengen im Zehnersystem darstellen. Dadurch ließen sich auch ohne Kenntnis der Schriftzeichen einfach Informationen festhalten.

Eine ähnliche Methode ist auch vom Inka-Reich bekannt. Dort dienten die Knotenschnüre (Quipu) für Aufzeichnungen in der Verwaltung, womit religiöse, chronologische und statistische Daten gespeichert wurden. Für die Buchführung war besonders das Nachvollziehen der einzelnen Rechenschritte und Zwischenergebnisse sinnvoll.

Für die Vermittlung dieser äußerst seltenen Objekte danken wir dem Japanologen der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Herrn Professor Dr. Josef Kreiner.