Weiss

Sehr seltene Vierspezies-Rechenmaschine von Friedrich Weiss, Wien, von der nur drei Exemplare bekannt sind: Zwei im Technischen Museum Wien (Inv.-Nr. 15530, 1 und 15530, 2) und dieses im Arithmeum befindliche Exemplar mit der Maschinen-Nr. 106. Die Akten des Wiener Museums vermerken „hergestellt um 1900 (seit 1893)“ und „hergestellt 1905 Friedrich Weiss Wien“, was Rätsel bezüglich des Herstellungsdatums aufwirft. Die hier vorliegende Maschine ist unbezeichnet, die Benennung erfolgte in Analogie zu den zwei Exemplaren im Technischen Museum Wien, die im Gegensatz zu dem vorliegenden Exemplar jedoch professioneller hergestellt worden sind. Daher rührt die Vermutung, dass es sich beim vorliegenden Exemplar um einen vornehmlich handgefertigten Prototyp handelt. Das ganz eigene Konstruktionsprinzip muss durch Öffnen der Maschine noch genauer untersucht werden. Friedrich Weiss war Uhrmacher in Wien, der sich auch für den Vertrieb von Vierspezies-Rechenmaschinen einsetzte. So trägt die Burkhardt-Maschine Inv.-Nr. FDM 7051 unterhalb des Burkhardt-Signets die Bezeichnung „Friedrich Weiss Uhrmacher Wien“. Es ist zu vermuten, dass Weiss nicht nur den Vertrieb der Burkhardt-Maschinen durchführen wollte, sondern  mit der hier vorliegenden Maschine eine eigene Konstruktion auf den Markt zu bringen versuchte. Durch die Verwendung eines Schaltklinken-Mechanismus versuchte er dies ausgerechnet mit dem Schaltprinzip, das Curt Dietzschold (vgl. Inv.-Nr. 7153) vor Burkhardt in Glashütte in Sachsen zu etablieren versucht hatte. Der Weiss-Mechanismus ist aber ein ganz anderer als derjenige von Dietzschold; von außen betrachtet erinnert die Maschine eher an die Heyde & Büttner von ca. 1883, eine Konstruktion, die aber ebenfalls zeitlich nach Dietzschold erfolgte.