Verea

Im Jahr 1878 erhielt Ramon Verea das Patent US 207918 „Improvement in Calculating-Machines“, das er im Juli 1878 eingereicht hatte. Dort wird ein Multipliziermechanismus beschrieben, der das kleine Einmaleins zum Rechnen benutzt, dieses aber mechanisch auf gänzlich andere Art repräsentiert, als es Léon Bollée in seiner Konstruktion von 1887 tat. Der wesentliche Teil der Maschine, die Darstellung sämtlicher Einmaleinssätze, besteht pro Rechenstelle aus einem zehnseitigen senkrechten Prisma, wobei jede der Rechteckflächen des Mantels für einen Einmaleinssatz (also z.B. für den Siebenersatz 1x7 bis 9x7) vorgesehen ist. Für jede dieser Multiplikationsaufgaben ist ein Paar von Löchern (eines für den Einer, eines für den Zehner des Produktes) nebeneinander in den Zylinder gebohrt. Die Durchmesser der Löcher sind verschieden groß, entsprechend den jeweiligen Ziffern im Einmaleins-Produkt. Sie werden durch zwei konische Stifte abgegriffen, die – je nach Durchmesser der Löcher – unterschiedlich tief in den Zylinder eintauchen. Bemerkenswert ist, dass die Produkte als Neunerkomplement dargestellt sind, d.h. dass z.B. das Produkt 6x7 = 42 durch dessen Neunerkomplement 57 repräsentiert ist. Ferner sind Zehner- und Einerstelle im Prisma vertauscht, also entspricht 6x7 = 42 das Lochpaar 7 5. Die verschiedenen Eintauchtiefen sind digitalisiertes Maß für die Zahlen 0 bis 9, wobei 0 nur eine angedeutete Vertiefung der Oberfläche, der 9 ein Loch mit größtem Durchmesser entspricht. Die anderen Zahlen werden durch Löcher mit linear abgestuften Durchmessern repräsentiert. Beim Rechenvorgang werden die Prismen an die konischen Stifte geführt, die dabei in die Löcher verschieden tief eintauchen und beim Anschlag mitbewegt werden, wobei der entsprechende Zahlenwert in das Anzeigewerk übertragen wird. Der konische Stift, der in das Loch 7 eintaucht, wird um 2 Einheiten bewegt (das entspricht der Einerstelle des Produkts 42), der Stift, der in das Loch 5 eintaucht, wird um 4 Einheiten bewegt (das entspricht der Zehnerstelle des Produkts 42). Bild 10 aus Patent US 207918 gibt den Löcherplan sämtlicher Einmaleins-Sätze wieder. Das quer verschiebbare Resultatwerk („product-box“) muss nach jeder Multiplikation um eine Stelle verlegt werden.

Es ist nur wenig über den Erfinder, den Spanier Ramon Verea, bekannt: Er wurde am 11.12.1833 geboren und lebte später in New York, wo er am 6.2.1899 starb.