Thomas Arithmomètre

Der aus dem elsässischen Colmar stammende französische Versicherungskaufmann Charles Xavier Thomas (1785-1870) produzierte seit 1820 sein Arithmomètre, eine Vierspezies-Staffelwalzenmaschine, die im Sinne der industriellen Revolution von Anfang an auf eine Serienproduktion hin ausgelegt war. Sie wurde zur ersten kommerziell genutzten Rechenmaschine, für die Thomas zwischen 1820 und 1878 eine weltweite Monopolstellung besaß. Ab 1858 verfügten die Thomas-Maschinen über ein mehrstelliges Umdrehungszählwerk (ohne Zehnerübertrag) und über eine Löschvorrichtung für sämtliche Schaulöcher. 1879 wurde bekannt, dass Thomas bis 1875 etwa 1200 Maschinen produziert hat; bis 1870 wurden ca. 800 Arithmomètres verkauft, bis 1878 noch weitere 700 Exemplare, von denen 60 Prozent exportiert wurden. Die Fertigung der Maschinen erfolgte von 1870 bis 1878 durch A.M. Hoart, der im Haus der Pariser Versicherungsgesellschaft „Le Soleil“ eine Rechenmaschinenwerkstatt betrieb. Diese Maschine mit der Nummer 1203 lässt sich demnach auf 1875 datieren. Sie besitzt ein 9-stelliges Umdrehungszählwerk und eine Dreh-Löschvorrichtung über Zahnstangen für die Löschung von Umdrehungs- und Hauptzählwerk. Im Siegel neben dem Einstellwerk trägt sie die Aufschrift „Thomas de Colmar Paris, Inventeur, No. 1203“. Die Stellen des Hauptzählwerks wurden leider mittels eines spitzen Gegenstandes im darüber liegenden Messing von Hand durchnummeriert. Der originale Holzkasten ist nicht mehr vorhanden, weshalb die Maschine in ein Plexiglasgehäuse eingebaut wurde, um als Demonstrationsmodell zu dienen.