Roth Addiermaschine

Mit diesem zweistelligen Modell der Addiermaschine von Didier Roth (1800-1885) kann sehr gut die Funktionsweise des Zehnerübertrags demonstriert werden. Zu einem Zeitpunkt, als die Konstruktion des Zehnerübertrags in Rechenmaschinen häufig noch der limitierende Faktor für die Stellenzahl der Maschine war, hatte Didier Roth eine geniale Idee. Er baute einen Zehnerübertrag, bei dem Kraft gespeichert wurde, die dann beim Ausführen zur Verfügung stand. Dazu verwendete er eine dezentral ausgerichtete Kreissegmentscheibe. Diese drückt den Zehnerübertragshebel, der von einer Feder Richtung Welle gedrückt wird, immer weiter von dieser Welle weg, je höher die eingestellte Ziffer ist. Ist im Ergebniswerk die Ziffer 9 zu sehen, hat der Übertragshebel den größten Abstand zur Welle und die Feder ist am stärksten gespannt. Beim Übergang von 9 nach 0 rutscht der Übertragshebel im Innern der Maschine über die Kante der Kreissegmentscheibe und wird durch die Federkraft in Richtung der Welle gedrückt. In diesem Moment greift das andere Ende des Winkelhebels in die nächsthöhere Stelle und drückt diese um eine Ziffer weiter. Der Zehnerübertrag funktioniert so über sehr viele Stellen absolut problemlos. Das Einstellwerk zeigt, dass jedes Zahnrad des Rechenwerks doppelt soviele Zähne wie das Einstellwerk haben muss, da genau eine Hälfte eines Kreises die Ziffern 0 bis 9 abdeckt. Somit ist auch die Kreissegmentscheibe für den Zehnerübertrag an jeder Welle doppelt vorhanden. Roth hat seine Additionsmaschine in einer geringen Auflage gebaut und später auch von Wertheimber außerhalb Frankreichs patentieren und verkaufen lassen. Die meisten Originalmaschinen befinden sich im Musée des Arts et Métiers in Paris. Einzelne Stücke finden sich in zahlreichen Techniksammlungen weltweit. Das Arithmeum besitzt eine 8-stellige Addiermaschine von Roth aus dem Jahr 1843 (FDM 7341) sowie eine Zählmaschine von Wertheimber (FDM 6096).