Odhner Arithmometer Modell I

Der in St. Petersburg lebende gebürtige Schwede Willgodt T. Odhner (1845-1905) begann in den 1870er Jahren mit der Entwicklung einer Sprossenradmaschine, etwa zur gleichen Zeit, als der Amerikaner F. S. Baldwin sich um ein US-Patent für die Erfindung einer Vierspezies-Sprossenradmaschine bemühte. Um 1877 stellte Odhner bei Ludvig Nobel 14 Exemplare seines Entwurfes her. Odhner erhielt 1878/79 Patente auf diese Erfindung in den USA, Deutschland, Schweden und Russland. Aber erst 1890 konnte Odhner mit der Produktion seines zweiten, verbesserten Entwurfs (DE 64925, US 514725) in St. Petersburg beginnen. Aus dieser Produktion stammt unser Exemplar mit der niedrigen Maschinen-Nr. 765 und der eng am Gehäuse anliegenden Kurbel. Die ersten Exemplare mit der verlängerten Kurbel wurden ab M-Nr. 4194 (niedrigste bekannte Nummer) ausgeführt; das entsprechende Exemplar des Arithmeums (FDM 6180) hat die M-Nr. 4660. Die Aufschrift auf der Metallplakette oberhalb des Einstellwerks lautet: „Arithmometer Patent W. T. Odhner“, runde Metallplakette: „Maschinenfabrik W. T. Odhner St. Petersburg“. Dieses Modell stellt den Urtyp aller späteren Sprossenradmaschinen nach dem „Odhner-Prinzip“ dar und war zwei Jahre später (ab 1892) auch Vorbild für die ersten in Deutschland produzierten Brunsviga-Maschinen (FDM 9248,  FDM 7055). Ein zweites Exemplar aus der frühen Produktion mit der M-Nr. 3070 ist unter FDM 9563 archiviert. Die ausführliche Geschichte der Familie Odhner und der Entwicklung der Maschine findet sich in den Publikationen von Timo Leipälä.