Heyde & Büttner (Prototyp)

Prototyp der nie in Serie produzierten Rechenmaschine von Gustav Heyde und Karl Otto Büttner, Dresden, DRP 26640 vom 25. September 1883. Insgesamt nur vier Exemplare dieser Maschine sind bekannt. Ein sehr ähnlicher Prototyp mit der Kapazität 8 x 9 x 16 befindet sich in einer Privatsammlung in Süddeutschland. Zwei weitere Exemplare, die etwas von dem vorliegenden Typus abweichen, liegen im Mathematisch-Physikalischen Salon, Dresden (Inv.-Nr. A II 14), und in der ehemaligen Brunsviga-Sammlung, Braunschweigisches Landesmuseum (Inv.-Nr. Zru 1879-1), vor. Das Schaltprinzip funktioniert (nach Schillinger [2000], S. 14) folgendermaßen: Die Zahlen werden im Einstellwerk durch Einstellschieber eingegeben, wobei die Schieber zugehörige Segmente bewegen. Gemäß der Stellung der Segmente und durch Eingriff von Schaltklinken wird bei den durchzuführenden Rechenoperationen eine entsprechende Zähnezahl der Schalträder (die in unserem Exemplar deutlich kleiner sind als in den Exemplaren in Dresden und Braunschweig) mittels Zwischenräder bewegt und damit eine Übertragung ins Resultatwerk bewirkt. Durch einen Pleuelstangenantrieb wird ein stoßfreies Arbeiten der Maschine erreicht. Mit Hilfe eines Hebels lassen sich Add./Mult. und Subtr./Div. einstellen. Es dreht sich dabei die Anzeige des Resultatwerkes um einige Grad zum Betrachter hin (Add.) bzw. von ihm weg (Subtr.). Während die Datierung des Dresdner Exemplars („um 1890“) auf der Aussage des alten Dr.-Ing. e.h. Gustav Heyde beruht, muss bei diesem Prototyp angenommen werden, dass er in der Zeit des Patentantrages um 1883 entstanden ist. Die Datierung des in Braunschweig vorhandenen Exemplars ist mit 1879 sogar noch früher angesetzt. In Braunschweig äußerte man die Vermutung, dass es sich um eine Fortentwicklung der Dietzschold-Maschine von 1876 (vgl. Funktionsmodell FDM 6120) handelt.