Esser

Als 1892 Grimme, Natalis & Co. in Braunschweig die Produktion der Sprossenradmaschine Brunsviga aufnahm, erhielt der Aachener Bauingenieur Heinrich Esser das DRP 82 965 auf seine Rechenmaschinenkonstruktion, die als Übertragungselement ebenfalls das Sprossenrad verwendet. In der Einleitung seiner Patentschrift erwähnt Esser drei besonders vorteilhafte Aspekte seiner Maschine: die bequeme Einstellung von Zahlen im Schaltwerk, die sichere Zehnerübertragung im Resultatwerk, welches er selbst dem Schaltwerk zuschreibt, und die Zehnerübertragung im Umdrehungszählwerk, dem sog. Divisorenzählwerk. Bei den beiden bisher bekannten Exemplaren dieser Konstruktion (erstens: Braunschweigisches Landesmuseum, Kapazität 6 x 8 x 14, zweitens: Arithmeum, Kapazität 7 x 8 x 15) ist die Einstellung in der Tat etwas funktionssicherer als bei der gleichzeitig erschienen Brunsviga, da die Einstellhebel leicht zugänglich in klare Rastpositionen gestellt werden können und eine sichtbare Einstellkontrolle vorhanden ist. Beide Esser-Maschinen haben - anders als im Patent beschrieben - im Umdrehungszählwerk jedoch keine Zehnerübertragung, daher kann mit ihnen die im Patent beschriebene abgekürzte Multiplikation nicht durchgeführt werden. Die Zehnerübertragung ist bei der Esser anders gelöst als bei den Odhner-Maschinen: Mit einer einfach erscheinenden Hebelkonstruktion werden Zehnerübertragungszähne gegen eine Federkraft aus den Sprossenträgern herausgezogen, in die sie nach dem Vollzug des Übertrags wieder eintauchen. Die Maschine ist wendeläufig. Für additives und subtraktives Rechnen wird die Kurbel in unterschiedlicher Drehrichtung bewegt; für jede der beiden Drehrichtungen sind daher zwei Sätze von Zehnerübertragungszähnen wendelförmig eingepasst. Während die Odhner-Maschinen im Gesamtaufbau geschlossen wirken, fällt an der Esser-Maschine die deutliche Aufteilung in Einstellwerk, Umdrehungszählwerk und Rechenwerk auf. Die Esser-Maschine wurde nicht seriell gefertigt.