Büttner

Der Mechaniker Otto Büttner, Dresden, ist der Konstrukteur dieser sehr gediegen gefertigten frühen Sprossenradmaschine. Die Maschine wurde am 7. November 1888 patentiert (DRP 47243). Büttner und sein Patent- und Geschäftspartner Wilhelm Brückner konnten jedoch nie eine richtige Serien-Produktion erreichen. Auffällig sind an der auf dem Odhnerschen Sprossenrad-Prinzip (Patent von 1878, DRP 7393) aufbauenden Konstruktion ihre langgestreckte Form und der Umschalthebel für Add./Mult. und Subtr­./Div. Dies waren typische Eigenschaften der damals handelsüblichen Staffelwalzenmaschinen nach Thomas. Damit machte Büttner sich die eigentlichen Vorteile des Sprossenrad-Prinzips, wie sie durch die Markteinführung der Odhner-Maschinen Ende der 80er Jahre offenkundig wurden (kompakte Form, einfache Handhabung durch Drehrichtungsumkehr), nicht zunutze. Dieser Anachronismus, zusammen mit der viel zu aufwändigen Verarbeitung, wird auch der Grund für den geschäftlichen Misserfolg Büttners gewesen sein. Immerhin kaufte er noch 1902 der Witwe Brückners dessen Anteile an der Patentierung ab (siehe die handschriftliche Vergleichsbescheinigung). Bis mindestens 1892 muss die Maschine in verschiedenen Größen auf dem Markt erhältlich gewesen sein. Nach Dyck [1892] kostete sie damals 6-stellig (Einstellwerk) 325 M., 8-stellig 425 M. und 10-stellig 625 M. Diese Preise lagen etwas unter dem Preisniveau der Burkhardt-Staffelwalzenmaschinen. Unsere Maschine mit der Maschinen-Nr. 90 ist jenes Exemplar, das Büttner dem Königlich Sächsischen Ministerium des Inneren in Dresden 1889 vorgelegt hatte (siehe das entsprechende Zeugnis in der Bedienungsanleitung).