Schuster II

Diese Weiterentwicklung der Hahn‘schen Rechenmaschine von 1770/74 wurde von dem ehemaligen Hahn-Gesellen Johann Christoph Schuster (1759-1823) von 1805 bis 1820 in Ansbach konstruiert. Die Inschrift in der Deckplatte lautet: „Rechnungs=Maschine von Joh: Christ: Schuster in Ansbach in Francken angefangen 1805 vollendet 1820“. Die Maschine ist komprimierter und besitzt eine Verbesserung am Einstellwerk, wo die Zahnstangen - ähnlich wie bei der Müller‘schen Rechenmaschine von 1783 - über Drehknöpfe bewegt werden. Sie ist ansonsten identisch mit den Maschinen von Hahn, an denen Schuster in seiner Jugend mitgewirkt hatte und von denen er eine beim Tod des Pfarrer Hahn unvollendete Maschine 1792 selbständig vollendet hatte. 1804 erwähnte der Ansbacher Joh. Paul Bischoff den ‚Kleinuhrmacher Schuster zu Ansbach‘ und berichtete, dass jener von 1778 bis 1780 Geselle bei Pfarrer Hahn gewesen sei und anschließend eine Schwester von Hahn geheiratet habe. Es könnte jedoch auch sein, dass Schuster erst in den achtziger Jahren des 18. Jahrhunderts bei Hahn lebte und arbeitete. Um 1787 zog Schuster ins fränkische Westheim, seinen Geburtsort, 1790 weiter nach Uffenheim und ließ sich schließlich bis zu seinem Tod 1823 in Ansbach nieder. Der Rechenmaschinenspezialist Bischoff ist aller Wahrscheinlichkeit nach mit Schuster persönlich zusammengetroffen; vielleicht gab diese Bekanntschaft Schuster den Anstoß für diese Weiterentwicklung der Hahn‘schen Rechenmaschine, denn Bischoff kannte auch die Maschine von Müller. Nach Abschluss der langwierigen Arbeiten an dieser Maschine, deren Original sich im Deutschen Museum befindet, baute Schuster von 1820 bis 1822 noch ein weiteres Exemplar, das erst 1993 nach langer Zeit wieder auftauchte. Schuster hat demnach insgesamt drei Rechenmaschinen angefertigt.