Napiersche Rechenstäbe

Die aus England oder Schottland stammenden Rechenstäbe wurden vermutlich im späten 17. Jahrhundert aus Holz gefertigt. Die Ziffern und Zeichen wurden eingeritzt. Dieser Satz besteht aus 28 Stäben, unter denen sich ein breiter Stab für das Ziehen der Quadratwurzel befindet. Alle sind zusammen mit einem Legetablett in einer Ledertasche untergebracht. John Napier, Baron von Merchiston, entwickelte seine 1617 in Rabdologia publizierten Rechenstäbe aus der damals bekannten „Gelosia-Methode“ („multiplicare per gelosia“), die als Hilfsmittel zum Multiplizieren mehrstelliger Zahlen sehr nützlich war. Napier transportierte hierbei das Papier-und-Stift-Verfahren auf die beweglichen Stäbe. Jeder Stab trägt auf einer Seitenfläche einen Einmaleins-Satz. Die Stäbe werden dann entsprechend der Ziffernfolge des größeren von zwei Faktoren nebeneinander gelegt und anschließend die Teilprodukte nach der Vorgabe des anderen Faktors stellengerecht abgeschrieben und addiert. Zehnerüberträge mussten vom Rechnenden selbst ausgeführt werden.