Morland Multipliziergerät

Der Engländer Samuel Morland entwarf neben seinem Addiergerät diese mechanisierte Form der Napier'schen Stäbe für Multiplikation und Division, von der ein einziges Original bekannt ist, das sich heute im Instituto e Museo di Storia della Scienza, Florenz, befindet. Den Mechanismus erdachte Morland wohl bereits 1664, gebaut wurde die Maschine von Henry Sutton und Samuel Knibb um 1666. 1673 schenkte Morland die Maschine dem Großherzog Cosimo III. Der Mechanismus bedient sich einer runden Form der Napier'schen Stäbe in Form von runden Silberplättchen. Bei 2-stelligen Ziffern sind die Einer- und Zehnerstelle einander gegenüberliegend angeordnet. Die Silberplättchen werden nebeneinanderliegend auf die vorn liegenden zehn Naben aufgesteckt und anschließend durch Drehen des Hebels (rechts, mit floraler Ornamentik) allesamt simultan gedreht. Der Faktor wird gleichzeitig durch den Zeiger des unterhalb der Reserveplättchen angebrachten horizontalen Schlitzes angezeigt. Das Ergebnis wird in den elf Sichtfenstern zwischen den Naben abgelesen, wobei - wie bei den Napier'schen Stäben - die zwei Werte eines Fensters jeweils addiert werden müssen. Zum Festhalten von Zwischenergebnissen können die Merkwerke rechts und links vom Schlitz mittels eines Vierkantschlüssels bedient werden. Morland publizierte die Maschine als „Machina nova cyclologica pro multiplicatione“ 1673 in seinem Buch „The Description and Use of Two Arithmetick Instruments“.