Grillet

Der französische Uhrmacher René Grillet veröffentlichte 1678 im Journal des Scavans dieses Rechengerät, von dem im CNAM, Paris, noch heute zwei Originale bzw. Originalfragmente erhalten sind. Ein weiteres Exemplar mit ungeklärter Authentizität befindet sich in der IBM-Sammlung USA und diente als Vorlage für diese Replik. Ein viertes Exemplar in norddeutschem Privatbesitz (Alter ebenfalls unsicher) wurde im Braunschweigischen Landesmuseum als Vorlage für einen Nachbau benutzt. Das Gerät verfügt über 7 zylindrische Rechenstäbe nach Art der Napierschen Stäbe (seit 1617 bekannt) und 3 Reihen mit je 8 Zahlenscheiben. Die aus Holz, Pappe und Papier bestehende Grillet ist für alle vier Grundrechenarten eingerichtet: Mittels der Napierschen Zylinder können Multiplikationen und Divisionen gerechnet werden (die beiden linken Zylinder dienen der Quadratur und der Radizierung), die dafür erforderlichen Additionen und Subtraktionen können im oberen Teil durch Bewegung der Zahlenscheiben ausgeführt werden. Diese Zahlenscheiben werden mit einem Einstellstift gedreht. Für die Subtraktion ist das Zehner-Komplement vorhanden. Die Kapazität geht von „nombre“ (rechts) bis „dixaine3“ (links, entspricht 10 Millionen). Ein Zehnerübertrag ist nicht vorhanden, weshalb auch nicht das Neuner-, sondern das Zehner-Komplement für die Subtraktion gewählt wurde. Die Maschine trägt die Signatur „Grillet Inventeur Orlogé Paris Avec Privilege du Roy“.