Napiersche Rechenstäbe Caspar Schott

Der unsignierte Rechenkasten enthält sechs drehbare Zylinder, die mit dem Einmaleins in der Napierschen Form beschriftet sind. In den sechs Fenstern kann jeweils ein Einmaleins-Satz eingestellt werden, sodass die Produkte sechsstelliger Zahlen mit einstelligen Multiplikatoren gebildet werden können; dies entspricht der Form eines Schottschen Rechenkastens. Die Tabelle auf der Unterseite des Kastens enthält einen ewigen Kalender, die Epakten (Alter des Mondes in Tagen am Ende des Vorjahres) für die Jahre 1679 bis 1700 mit der Angabe des Wochentages des 1. Januars und einen Gezeitenrechner für die wichtigsten Häfen von Großbritannien in Abhängigkeit vom Mondalter (Tag 1 bis 29). Dies lässt den Schluss zu, dass das Gerät z.B. von einem Hafenkommandanten, einem Schiffskapitän oder einem Navigationsoffizier benutzt wurde. Die Jahresangaben erlauben eine recht genaue Datierung: Der Rechenkasten wurde vor 1680 in Britannien gebaut. Der Tidenhub in den britischen Häfen ist recht erheblich und die Genauigkeit der Vorhersage von Ebbe und Flut hat für das Aus- und Einlaufen von Schiffen eine immense Bedeutung. Mit den Multiplikationsstäben können die Berechnungen von Produkten mit mehrstelligen Faktoren (z.B. bei Kursberechnungen oder Ortsbestimmungen) erheblich vereinfacht und beschleunigt werden.